Bremen – Berlin – Griechenland

Oder:

Schulden sind keine Hasen – sie laufen nicht weg …

Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich völlig ungeniert……..

Die Herkunft des Zitates ist nicht wirklich geklärt. Entweder hat Wilhelm Busch oder Bert Brecht diese Weisheit unters Volk gebracht. Fest steht nur, dass derjenige, der diesen Spruch von sich gab, seine Mitmenschen genauestens unter die Lupe genommen und in Amtskassen der Stadtväter geschaut hat. Doch bedeutungsvoll ist diese Feststellung noch heute – möglicherweise heute mehr als in früheren Zeiten – oder?

Ich wär so gerne Millionär, dann wär mein Konto niemals leer…………

Über Berlin kreist der Pleitegeier. Die Stadt hat 60 Milliarden Euro Miese hält sich seit Jahr und Tag für arm aber sexy. Sogar im kleinen Städtchen Bremen hockt der gefiederte Bursche wachsam auf einem 20- Milliarden-Schuldenberg.

Wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt? Wer hat so viel Pinkepinke, wer hat so viel Geld?

Und was zeigt die griechische Schuldenuhr an? Da klaffen selbst die Expertenmeinungen weit auseinander. Die einen sagen so und die anderen sagen so – wer weiß diese Summe schon wirklich? Aber auf jeden Fall ist – um es mal mit Cäsar zu sagen – in Sachen Euro für die Griechen der Rubikon überschritten.

Doch vermutlich wird die europäische Großfamilie das nun noch intensiver als in den vergangenen fünf Jahren in die Hand nehmen. Weitere Rettungsschirme werden aufgespannt, neue Nothilfen auf den Weg gebracht, Steuergelder dem Fiskus entzogen, um die Hellenen der Neuzeit vorm Bankrott zu retten. Drum wird ab sofort in etlichen Euro-Staaten noch kräftiger in die Hände gespuckt, das Bruttosozialprodukt gesteigert und der eine oder andere zusätzliche Euro fließt ins Staatssäckel und dann weiter ins Land der vielen kleinen Inseln und der namhaften und vermögenden Reeder.

Und dann hau ich mit dem Hämmerchen mein Sparschwein kaputt…..

Deutschland kennt sich übrigens ganz gut mit Pleitegeiern aus. Vor fünfundzwanzig Jahren haben wir das Volk, das Land, die desolaten Firmen und maroden Städte hinter dem Eisernen Vorhang, Stacheldraht und Mauer, mit vielen D-Mark-Milliarden in blühende Landschaften verwandelt. Zumindest hat West-Deutschland das nach allen Regeln der Kunst versucht. Jedem einzelnen Bürger – vom Neugeborenen bis zum Greis – haben wir hundert D-Mark spendiert. Danach konnte jeder Mensch aus dem Arbeiter- und Bauernstaat seine Ost-Mark prozentual in stabile D-Mark umtauschen. Damals sagte man, dass die DDR pleite ist. Kein Staatsvermögen, keine Devisen im Ausland auf überquellenden Alpenkonten oder in Übersee und auch bei der Staatsbank der DDR befanden sich angeblich nur leere Kassen. Also hat die Westverwandtschaft seinen Brüder und Schwestern im Osten hilfreich unter die Arme gegriffen und die gut gefüllten Westdeutschen Kassen geplündert.

Schaffe, schaffe Häusle baue…….

Auch wurde dem Nachkriegsdeutschland seinerzeit Hilfe durch den Marshall Plan zuteil. Damals schickten die Amis eine Menge Knete nach Westeuropa, um Hunger und Not zu lindern und den Wiederaufbau voranzutreiben. Bestandteil waren Verträge mit Rückzahlungsvereinbarungen, an die wir uns in den letzten Jahrzehnten gehalten haben. Ob das mit den Griechen auch so funktioniert? Bisher haben sie den Europäern lediglich gezeigt, dass sie ihr Schuldenaufkommen kontinuierlich nach oben schrauben können. Beim Wort Schuldenabbau halten sie sich bedeckt und zucken eher bedeckt mit den  schuldbeladenen Schultern.

Schuldenberge kann man nicht bezwingen – man muss sie abtragen………

Schulden begleiten Menschen seitdem Geld oder andere Zahlungsmittel in Umlauf kamen. Bereits vor mehr als 3000 Jahren war es möglich, über seine Verhältnisse zu leben, also Schulden zu machen. Sokrates, Homer, Cäsar und andere Berühmtheiten der Antike lebten auf Pump oder verborgten dies und das und kassierten dafür Zinsen. Seit Menschengedenken gibt es begüterte Leute mit Vermögen und arme Schlucker mit Verbindlichkeiten. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern – auch entlang der Schuldenachse von Bremen über Berlin nach Griechenland nicht.

14.07.2015

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.