Nehmen Sie bitte in der ersten Reihe Platz und sehen Sie mit dem Zweiten besser ………

Das sind die ganzjährigen Aufforderungen von ARD und ZDF an alle Gebührenzahler, die öffentlich-rechtlich in die Röhre gucken. Und wer die Zwangsabgabe zahlt, will auch was für sein Geld. In diesem Fall Programm, und zwar ganzjährig.

Zum Programm gehören Wiederholungen. Eben wie im richtigen Leben und nach der Devise: Alles war schon mal da – warum also nicht auch die ollen Kamellen aus vergangenen Zeiten wieder aufwärmen! Spielfilme und Serien, Nachrichten von anno dunnemals, ebenso Quiz- und Talk-Shows, Lehrreiches für Kinder jeden Alters. Bei ARD und ZDF ruht die Vergangenheit nicht in verstaubten Archiven, alles wird dann und wann wieder hervorgekramt und präsentiert.

Wer glaubt, dass Krimis von anno Tobak nur nachts wiederbelebt werden, der irrt mächtig. Zur Primetime flimmern Tatorte mit Schimanski, Bienzle, Kressin, Stoever – und wie sie alle heißen – in Regelmäßigkeit über den Bildschirm. Gleiches gilt für die einstige DDR-Serie Polizeiruf 110, die zwischenzeitlich gesamtdeutsch ist. Die DDR-Folgen durfte die ARD als Wiedervereinigungsmitbringsel in ihre Krimiarchive einreihen und somit ist auch hier nichts verloren. Sozusagen ist alles made in Germany und aus deutschen Landen (nicht mehr ganz) frisch auf den (Nacht-)Tisch.

Die Fernsehmacher, die uns immer wieder verklickern, dass man mit dem Zweiten besser sieht, sind ebenfalls kreativ mit Antikem. Im ZDF begrüßen uns Oldies wie Prof. Capellari, Der Kommissar, Der Alte, Derrick mit hol-schon-mal-den-Wagen-Harry, Privatdetektiv Josef Matula an der Seite ehrbarer Frankfurter Rechtsanwälte und viele andere Kommissare, Fahnder und Kriminalisten.

Okay, Wiederholungen sollen sein und müssen vielleicht auch sein. Schließlich haben wir von Zeit zu Zeit Ferienzeiten und die halbe Nation verlässt die erste und die zweite Reihe der heimischen vier Wände. Dann kann man schon mal eine Konserve ins Programm nehmen. Außerdem wachsen jüngere Menschen nach, die sich trotz modernster Medien der TV-Glotze bedienen. Na und für die ist das Alte vielleicht Neuland. Von Eltern und Großeltern haben sie gehört, dass die eine oder andere Sendung aus dem letzten Jahrtausend auch nicht die schlechteste war. Und Filme aus der Zeit zu erleben als es noch Telefone mit Wählscheibe aber keine Handys gab, ist vielleicht auch ganz spannend und inzwischen unvorstellbar.

Allerdings gibt es heutzutage keine klassischen Urlaubszeiten mehr. Ostern, Pfingsten, der Sommer, der Herbst und auch zu Weihnachten ist Urlaub ein Thema. Auch in den öffentlich-rechtlichen Funkhäusern haben Mitarbeiter Recht auf Freizeit, Urlaub, müssen Überstunden abbummeln, ausspannen und was sonst so machbar ist. In diesen Funkhäusern geht eine Menge, was in der freien Wirtschaft unmöglich wäre. Damit aber doch 24 Stunden am Tag, sieben Tage pro Woche mal zwölf Monate jeder Sender auf Sendung ist, sind Computer die modernen Heinzelmännchen. Sie fahren korrekt den Sendeplan, den ihnen der in Ruhestellung befindliche Mitarbeiter aufgetragen hat. Neues und Altes in Farbe und in schwarz-weiß.

Störungen kommen nur noch vor, wenn Satelliten ausfallen, Sendemasten witterungsbedingt out of Order sind, irgendwelche Kabel einen Knick haben oder von Baggern bei Straßenbauarbeiten auf die Schippe genommen werden. Oder zuhause brennt dem Fernseher eine Sicherung durch und bis ein Monteur kommt oder DHL die neue Glotze von Tchibo gemeinsam mit den frischen Röstbohnen bringt, klappt man gern schon mal den Laptop auf und sieht via Internet Heinz Rühmann als Musterschüler Pfeiffer mit drei F oder man lädt sich die uralt Komödie als APP auf sein Handy! Fazit: Recycelt wird also nicht nur unser Hausmüll!

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