Let’s talk about……..

 

So peu à peu ist das Land wieder aus der Sommerpause zurück. Frisch, munter und ausgeruht sind Politprominenz und Talkshow-Master und Masterinnen wieder am Arbeitsplatz. Endlich: Wir können sie wieder hören, sehen, von ihnen und über sie lesen. Also alle wieder an Bord, der Medienkahn legt ab!

Nun gilt es, Aktuelles rauf und runter auf allen Kanälen und im Blätterwald bis zum Erbrechen zu diskutieren. Und die ewig gleichen Politikprotagonisten düsen von Sender zu Sender und von Gazette zu Wochenmagazin.

Die eine oder andere Dame aus Politik und Medien hat die Sommerzeit genutzt, das äußere Erscheinungsbild öffentlichkeitsträchtig zu verjüngen und positiv zu verändern. Neue Frisuren, neue Farbtönungen, veränderte Köpfe schauen mal gekonnt lächelnd oder auch zutiefst ergriffen in die Kameras.

Nehmen wir mal Claudia Roth von den Grünen. Die kennt ein jeder und jeder weiß, dass sie ihre Haarfarbe öfter wechselt als so manch ein Schmutzfink seine Unterwäsche. Neulich, bei Frau Maischberger, erschien sie in platinblond. Ihre Mimik war dem ernsten Flüchtlingsthema angepasst und voller Betroffenheit. Leider passte der optische Eindruck nicht zum verbalen Ausdruck, denn da sprach sie von „nicht verwertbaren Menschen“, die u.a. auch zu uns kommen werden. Au Backe, völlig daneben und total peinlich!

Das männliche Pendant zur vorgenannten Peinlichkeit war kürzlich der Bayerische Innenminister Herrmann, der von Roberto Blanco dem „wunderbaren Neger“ sprach. Dieses böse N-Wort geht ja nun gar nicht, das ist ein sprachliches No Go!

Doch schon Heinrich Lübke, der war mal Bundespräsident unseres schönen Landes, soll 1962 anlässlich eines Besuches in Afrika gesagt haben: „Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Neger!“

Und Helmut Schmidt hat 1982 vollmundig erklärt „Mir kommt kein Türke mehr über die Grenze!“ Und bereits ein Jahr zuvor „Wir können nicht mehr Ausländer verdauen, das gibt Mord und Totschlag.“

Damals war niemand automatisch Rassist, wenn er sowas von sich gab. Damals nannte man das süße Schaumgebäck mit Schokoladenüberzug übrigens „Negerkuss“ und man musste weder mit Verachtung noch mit einem Shitstorm rechnen, wenn man das Wort benutzte. Leisten Sie sich heute mal so einen Fauxpas! Da können Sie sich – je nach Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad – aber warm anziehen, wenn es den richtigen Mitbürgern zu Ohren kommt.

Was dürfen wir also aus all dem schließen? Richtig, das Problem der Fremdartigkeit hatte schon immer ein eigenes Geschmäckle und Fremdes macht oftmals Angst. Allerdings nur zuhause. Kein bisschen, wenn man die Ferienkoffer im fremden Land auspackt. Da liebt man Sangria, Tapas und Flamenco, Sirtaki und Ouzo, türkisches Essen bei Sonnenuntergang am Bosporus, indische Gewürze, Flötentöne und Schlangenbeschwörer, halbnackte Hulamädchen und Massais mit Kriegsbemalung und Lendenschurz.

Doch bleiben wir mal beim derzeitigen Stand der Dinge. „Das Boot ist voll“ tönt es zwischen Pusztasalat, ungarischer Salami und Gulasch zu uns ins Land. Die Ungarn haben die Nase voll von den vielen Flüchtlingen und machen ihre Grenzen dicht. Sind sie jetzt die Bösen in Europa oder vielleicht wir, die ab sofort an unserer Grenze zu Österreich wieder die Pässe der Einreisenden Menschen kontrollieren? Oder sind es die anderen EU-Mitgliedsstaaten, die überhaupt keinen Verfolgten und Bedrohten aufnehmen wollen?

Das Ende dieser Geschichte heißt: Viele Fragen, keine Antworten und schon gar keine Lösungen für die Probleme der Welt. Wichtige Herausforderungen für kluge Zeitgenossen – denn aus dem Hut lässt sich bestimmt nichts zaubern.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.