Wir sind GroKo

Die GroKo regiert uns ab sofort! Das haben die Genossen und Genossinnen der Basis-SPD entschieden, und zwar mit über 75 Prozent. Na gut, kann man nichts machen.

GroKo ist nicht nur die Abkürzung für Große Koalition, es ist auch das Wort des Jahres 2013.

Vermutlich lässt sich das Kurzwort schneller twittern, bloggen und smartphonemäßig verbreiten als die ausgeschriebene Variante.

Die wichtigsten Personen der GroKo sind Mutti Angie und Juniorpartner Sigmar. Und Horst Seehofer natürlich. Sozusagen das Dreigestirn des neuen Deutschland. Oder gar die Dreifaltigkeit? Vater, Mutter und Junior – geht überhaupt nicht! Mit dem Wort Dreifaltigkeit assoziiert man Kirche: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Passt ja kein bisschen, denn die Mutter kommt nicht vor und wer sollte der Heilige Geist sein? Vielleicht ist der neue Dreier aber auch eine Neufassung der Heiligen Drei Könige. Vater Horst, Jahrgang 1949, waschechter Bayer aus Ingolstadt. Mutti Angie, 1954 in Hamburg geboren und in der DDR aufgewachsen und natürlich Junior Sigmar, der 1959 in Goslar das Licht der Welt erblickte. Somit zwei Könige und eine Königin. Eine dominante Herrscherin und zwei kleine Prinzen.

Wie dem auch sei, Mutti hat es mal wieder geschafft. Zum dritten Mal wählte der Bundestag sie am 17. Dezember zur Deutschen Bundeskanzlerin. Aller guten Dinge sind drei – so sagt es der Volksmund. Wenn das stimmt, dann wären wir ab Herbst 2017 die Rache Honeckers endlich los! Das ist natürlich nur meine ganz persönliche Meinung. Obwohl, ich muss zugestehen, dass bei ähnlichen Anlässen ich mir Besseres gewünscht habe, aber dem vermeintlich Schlechten nichts Besseres folgte, so dass selbst ich mich nach vergangenem Alten zurücksehnte. Dann lassen wir Mutti mit ihrem neuen Kabinett mal machen und setzen die Messlatte erst später an. Schauen wir mal, was uns die GroKo bringen wird. Ob es Veränderungen gibt, ob wir ärmer, reicher, glücklicher oder trauriger werden. Eines aber steht fest: Mutti ist wieder die Chefin im Ring und viele werden um sie herum springen, tanzen, kriechen und auch schleimen.

„Kohls Mädchen“ war sie in den frühen Neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts und CSU-Kollegen beschimpften sie seinerzeit als „Zonenwachtel“. Doch schon seit vielen Jahren ist sie wichtig für Europa, für Deutschland, für die Wirtschaft und natürlich für den Euro und Euroland ganz besonders. So sagt man es ihr nach. Sie und Schäuble haben uns sicher durch die Eurokrise geführt, die von Experten und Kennern der Szene auch Bankenkrise genannt wird. Mutti ist ein politisches Phänomen, so stand es vor kurzem in der Frankfurter Zeitung. Sie ist frei von Skandalen oder anderen Aufgeregtheiten, ihr privates Leben ist weder von Klatsch noch Tratsch geprägt. Sie ist alles andere als eine Lady Gaga, sie ist scheinbar stinknormal – jedenfalls nach außen.

Und noch zum Schluss: Das Magazin Forbes hält Mutti immer noch für die mächtigste Frau der Welt. In der Gesamtwertung – also Männer und Frauen – belegt sie Platz fünf der Weltrangliste. Vor ihr rangieren Wladimir Putin, Barak Obama, der chinesische Staatschef und Papst Franziskus. Wenn auf den Plätzen eins bis vier eines Tages mal Frauen genannt werden, dann hat sich in unserer Welt übrigens wirklich was verändert.

Dezember 2013

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.