Kleiner Mann – was nun …?!

Kleine Männer sind und waren in der (Welt-)Politik keine Seltenheit – sagt man. Im gleichen Atemzug erwähnt man dann Dschingis Khan, Napoleon und zum Beispiel auch Atilla, den Hunnenkönig. Ein paar Staatsmänner der Neuzeit auf europäischem Terrain, die ziemlich wenig Zentimeter an die Messlatte bringen, sind Helmut Schmidt, Gerhard Schröder, Wladimir Putin, Silvio Berlusconi und Nicolas Sarkozy, um nur einige zu nennen.

Doch einen aus der Fraktion der kurzen Garde dürfen wir nicht übersehen: Gregor Gysi!

Okay, Staatsmann war er nicht, wird’s wohl auch nicht mehr werden, wäre es aber sicherlich gerne geworden. Aber ein herausragender Rhetoriker war er immer und wird es vermutlich auch bleiben. Er kann Menschen geradezu totquatschen! Fragen Sie mal seine politischen Weggefährten, die werden das allemal bestätigen.

Ach ja, politische Weggefährten: Da gab’s bei Klein-Gregor jede Menge! Zuerst die Genossen der SED aus dem versunkenen DDR-Staat, es folgten PDS-Mitstreiter, sozusagen alter Wein in neuen Schläuchen. Dann die WASG mit Oskar Lafontaine und anderen SPD-Abtrünnigen und nun seit längerer Zeit Die Linke. Die hat sich zwischenzeitlich bestens etabliert – durch Gysi versteht sich.

Doch nun ist Gysi weg! Also weg aus der Öffentlichkeit, dem politischen Tagesgeschehen. Weg vom Fenster? Bestimmt nicht! Ab sofort ist er ein aktiver und rüstiger Rentner und im Bundestag wechselt er von der allerersten Reihe zu den Hinterbänklern. Auf die Frage – frei nach Hans Fallada: Kleiner Mann was nun? erzählt Gysi frohgemut, dass er noch ganz viel vor hat und auch wieder seiner Profession als Anwalt nachgehen will.

Aber kann dieses Energiebündel, diese Rampensau ohne Medienpräsenz leben? Kann dieser Popstar aus Dunkeldeutschland die Klappe halten, ohne große Auftritte auf kurzen Beinen im Bundestag existieren? Warten wir’s mal ab, was kommt. Schließlich hat schon so manch eine Bühnengröße die eine oder andere Abschiedstour neu aufgelegt.