Mutti auf der langen Liste

Das ist ja die Auszeichnung überhaupt, die ein Mensch für seine humanitären Verdienste bekommen kann. Ob der eine oder die andere ihn zu Recht erhalten hat, sei dahingestellt, aber das wird ohnehin vom unabhängigen Nobelpreis-Komitee in Oslo entschieden.

Im Jahr 2015 stand sogar unser aller Mutti Merkel auf der langen Vorschlagsliste. Hätten Sie auch für Angie plädiert? Sagen Sie mal ganz ehrlich: Was hat Angela Merkel, was andere nicht haben? Na, nicht so lange überlegen und schon gar nicht dicke Backen machen beim Nachdenken. Wenn Sie so lange nachdenken müssen, kann schon irgendwas nicht stimmen! Doch zum Glück müssen weder Sie noch ich vorschlagen oder abstimmen, ob oder ob nicht. Aber zunächst alles auf Anfang: Alfred Nobel war es, der diesen Preis sozusagen erfunden hat. An verdiente Zeitgenossen aus aller Welt soll die hoch dotierte Ehrung bestimmt sein und egal, welche Hautfarbe der oder die hat und egal, welche Sprache er oder sie spricht.

Der erste Preisträger war Henry Dunant. Der hat das Rote Kreuz ins Leben gerufen und dafür 1901 den Friedensnobelpreis erhalten. Dem deutschen Außenminister Gustav Stresemann wurde er verliehen, allerdings keineswegs für seinen Anzug mit der schwarz-grau-gestreiften Hose. Carl von Ossietzky war vorerst der letzte im deutschen Bunde, bevor die Nazis – also die Braunen mit ihrem Chef Adolf Hitler – es nicht wollten, einen solchen Preis heim ins Reich zu holen.

Natürlich spielen auch die Amerikaner gebührend mit, wie z. B. George C. Marshall, der Erfinder des gleichnamigen Planes, der den Deutschen half, ihr Land nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufzubauen. Der Schwede Dag Hammarskjöld erhielt als Generalsekretär der UN ebenfalls den Preis, sowie Matin Luther King, der als Schwarzer in den sechziger Jahren in Amerika einen Traum hatte und Albert Schweizer bekam ihn für den Aufbau des Tropenkrankenhauses in Lambaréné. Auch Willy Brandt steht auf der langen Liste der Nobelpreisträger. Er setzte sich für Frieden und Aussöhnung mit dem Ostblock ein und war glücklich, als die Mauer Ende 1989 fiel. Für Mutter Teresa aus Indien war die Nächstenliebe das A und O ihres Lebens und deshalb bekam sie diese Auszeichnung. Der Pole Lech Walesa erhielt ihn für seine Bürgerrechtsbewegung Solidanosc und Bischof Tutu aus Südafrika trug zur Beendigung der Apartheid bei, die von Nelson Mandela zum Abschluss gebracht wurde. Auch Kofi Annan und Jimmy Carter waren Empfänger dieser weltweit anerkannten Auszeichnung.

Selbst Barack Obama wurde dieser Preis zu Beginn seiner Präsidentschaft zuteil, denn er versprach vollmundig, Guantanamo zu schließen. Ist ihm aber bis heute leider nicht gelungen und ich wette, dass es ihm auch auf die letzten Meter seiner Amtszeit auch nicht mehr gelingen wird.

Ganz schön blöd, dass mir momentan partout nicht einfallen will, was denn die nobelpreisverdächtigen Verdienste von uns Angie sind oder sein könnten. Na ja, ist sowieso egal, denn der Zug ist schließlich ohne unsere Bundeskanzlerin in diesem Jahr abgefahren!

Halt, jetzt hab ich’s wieder! Die Flüchtlinge sind es natürlich – auch im Land der Elche haben sie Priorität! Jedenfalls stand das Thema auf der Auswahl-Liste im Komitee. Da hätte unsere Mutti selbstverständlich punkten können. Schließlich war sie es, die allen Deutschen zurief: „Wir schaffen das!“ Na klar Mutti, schließlich sind wir das Volk…!

Ach ja, gewonnen hat übrigens das tunesische Quartett, das sich für Demokratie in ihrem Heimatland einsetzt.

Nicht traurig sein liebe Angie, vielleicht klappt’s in 2016 mit dem Friedensnobelpreis, denn die große Völkerwanderung wird unser Land sicherlich noch länger beschäftigen. Ich fang mal schon mit dem Daumendrücken an, damit nicht wieder was dazwischen kommt!