If I only had time, only time!

Sie rinnt uns durch die Finger. Sie ist unaufhaltsam. Sie betrifft jeden und alles. Sie bestimmt das Geschehen von Anfang bis Ende. Je älter man wird, umso weniger bleibt von ihr, je jünger man ist, umso mehr hat man zur Verfügung.

Genauso ist das mit der Zeit. Manchmal fehlt sie uns, nicht selten haben wir zu viel von ihr und nicht immer verbringen wir unsere Zeit sinnvoll, sondern verplempern sie.

Heerscharen von Philosophen, Dichter, Denker, Liedermacher, Sänger haben sich Gedanken über die Zeit gemacht und sie kundgetan.

Warum auch nicht, denn Zeit-Erfahrungen sammelt schließlich von der Eintagsfliege bis zum Tattergreis jeder von uns!

Altmeister Johann Wolfgang von Goethe reimte: Was verkürzt mir die Zeit? – Tätigkeit! Was macht sie unerträglich lang? – Müßiggang!

Bereits in der Bibel steht geschrieben: Ein jegliches hat seine Zeit!

Und auf einer Glocken-Inschrift sollen diese Worte stehen: Als Kind in Glück und Leid schlich langsam mir die Zeit. Als Jüngling stolz und kühn spazierte sie dahin. Als reifer Mann zuweilen sah ich sie furchtbar eilen.

Zeitlebens lernen wir, dass Zeit vergänglich ist, wir sie nicht festhalten können, sie uns ein Leben lang begleitet, sie mal gut, mal weniger toll ist.

Nach Kindergarten- und Schulzeit kommen Studien-, Lehr- und Probezeit, dann Sommerzeit, Erntezeit und irgendwann ist Halbzeit! Die Lebens-Parkzeituhr tickt, die Redezeit wird knapper, die Übergangszeit hat begonnen, die Abflugzeit rückt näher und die Endzeit ist in Sicht.

Doch bis dahin dauert es und wir erleben und durchleben wieder mal gute und schlechte Zeiten, Hochzeiten, Ferienzeiten, Jahreszeiten, gönnen uns Auszeiten, bitten um Bedenkzeit, genießen Adventszeit und immer richten wir uns nach der Uhrzeit.

Wir stehen unter Zeitdruck, bemühen uns um gutes Zeitmanagement, leiden unter Zeitmangel, Zeitumstellung und Zeitverschiebung nach langen Flugzeiten.

Zeitalter wurden erforscht, Zeitangaben überprüft, Zeitzeugen befragt, Zeitungen und Zeitschriften gelesen, wir vertreiben uns die Zeit, kochen mit viel Zeitaufwand, bestaunen Tierfilme und sportliche Leistungen nicht nur in Echtzeit, sondern auch in Zeitlupe.

Jeder hat seinen persönlichen Zeitplan, wann er während seiner Arbeitszeit oder in seiner Freizeit zum bestimmten Zeitpunkt einen bestimmten Zeitgenossen treffen möchte, der ihm vielleicht was über die tickende Zeitbombe erzählen wird.

Im Laufe der Zeit stellen wir fest, dass in jüngster Zeit der Zahn der Zeit zugeschlagen hat und wir keine Zeit verlieren sollten, unsere vermeintliche Blütezeit etwas zu verlängern, zumal die Zeichen der Zeit keine Warte- und Schonzeit dulden.

Drum ist es höchste Zeit, sich Zeit zu nehmen, die Zeit nicht totzuschlagen, sondern beizeiten zu lernen, die Zeit, die bleibt, zu genießen!

Genießen Sie die Weihnachtszeit und segnen Sie im neuen Jahr bitte nicht das Zeitliche…

23.12.2019

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