Luftikus liebt Backfisch

Bedrohte oder gar aussterbende Tiere und Pflanzen sind in aller Munde. Artenschützer und Liebhaber von Fauna und Flora kämpfen um die Rettung jeder Ameise, Blattlaus und viele pflanzliche Kreaturen, die sich im wahrsten Sinne des Wortes auf dem absterbenden Ast befinden.

Doch wie steht es um Worte, Redewendungen und Wortschätze der deutschen Sprache, die nicht mehr up to date sind? Darum kümmern sich nur wenige. Selbst bei Herrn Duden rangieren sie unter fernerliefen – falls überhaupt noch. Sprachbewahrer und -schützer gibt’s längst nicht so viele, wie die, die das Ausrotten von zoologischen und botanischen Exemplaren verhindern wollen.

Warum ist das so? Liegt es an der Globalisierung und vielleicht deshalb auch an der „Vermischung“ von Sprachen? Oder an der grenzenlosen Kommunikation, die uns das Internet ermöglicht? Sicherlich haben das Sprachforscher ergründet und obendrein noch viel, viel mehr, was verbal in unserer schnelllebigen Welt stattfindet.

Doch irgendwie ist es traurig, wenn altes Wortgut in der Versenkung verschwindet, oder es von älteren Menschen noch genutzt wird, jüngere es aber kaum noch verstehen.

Was versteht der Enkel eigentlich, wenn Oma von „Budenzauber“ oder „sturmfreier Bude“ erzählt?

Oder der Opa das Lied von „Puppchen, du bist mein Augenstern“ trällert, an seine „Angebetete“, den „Backfisch“ aus dem Haus gegenüber denkt, wegen der er sich so manch eine „Backpfeife“ eingefangen hat.

Opa war übrigens ein liebenswerter „naseweiser Dreikäsehoch“, hat sich aber schon bald zum „spitzbübischen Luftikus“ gemausert. Ihn interessierten keine „Mauerblümchen“ oder gar „keusche Mädels“. Sein „Steckenpferd“ waren eher die, die den Eindruck von „rühr-mich-nicht-an“ erweckten, aber zu einem „Techtelmechtel“ mit ihm nur allzu gerne bereit waren. Wenn er genug „bauchpinselte“ wurden sie „butterweich“ und schmolzen beim „Kintopp“ nur so dahin.

Aber auch Oma hatte jede Menge „Flausen“ im Kopf, war außerdem eine „Naschkatze“ und schwärmte nicht für solche „Hallodris“ wie Opa, die sie für „Knalltüten“ hielt und auf deren „Lobhudeleien“ sie nicht reinfiel. Ihren angefutterten „Kummerspeck“ mochte auch nicht jeder, sie wiederum keine „Schluckspechte“, die zumeist auch noch „Pfennigfuchser“ waren. Dann machte sie eher „Sperenzchen“ und zog einen „Schmollmund“.

Als sie Opa kennenlernte, war er ein „tollpatschiger Tunichtgut“ und sie ein echter „Wonneproppen“, was ihn aber überhaupt nicht beim „Herzverschenken“ störte.

Beide genossen ihr erstes „Schäferstündchen“ in der „Sommerfrische“ und mit nur wenigen „Habseligkeiten“ begannen sie ihren gemeinsamen „Lebensweg“ und teilen seither „Liebesfreud und Herzeleid“!

Die Enkel drücken sich zwar heute mit anderen Worten aus, aber wenn sie Oma und Opa beim Erzählen „mucksmäuschenstill“ lauschen, merken sie „geschwind“, dass nur die Worte andere sind, die „Ohrwürmer“ heute Hits heißen und auch die „Sandkastenliebe“ noch immer nicht unter „Pustekuchen“ rangiert!

04.03.2020

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.