Hamse mal zwölf Euro?

Nee, hamse nicht – na dann kriegen Sie auch keinen Mundschutz!

So einfach ist die Kiste: Geld oder Maske! Dieser Meinung ist zumindest Trigema-Chef Wolfgang Grupp, der in seinem Textilunternehmen seit Wochen schon Behelfs-Mundschutz-Masken produziert und sie für teures Geld unter die Leute bringt.

Herrn Grupp kennen Sie doch – oder? Das ist der mit dem Affen aus der TV-Werbung, der nur in Deutschland seine Produkte herstellt. Seit dreißig Jahren ist immer mal wieder kurz vorm Gongschlag der Tagesschau der mit Hemd und Schlips bekleidete Primat zu sehen. In dem einen oder anderen Spot selbstverständlich auch sein Herr und Meister.

Der 78jährige Wolfgang Grupp ist Geschäftsmann durch und durch: „Ich habe nichts zu verschenken und helfe in der Corona-Krise, so gut es geht! Zehn Baumwoll-Polyester-Masken von Trigema kosten 120 Euro. Der Preis ist für mich angemessen, wenn die Löhne und Sonderausgaben gedeckt sind!“ gibt er bekannt. In seiner Fabrik in Burladingen gibt’s keine Kurzarbeit. Der Preis müsse so hoch sein, damit der Familienbetrieb durch die Coronakrise nicht bankrottgehe und keinen Mitarbeiter entlassen müsse, so der Trigema-Chef weiter. Er könne Zuzahlungen bei der Produktion deshalb nicht verantworten. So kann man sein Statement jedenfalls nachlesen.

Geschäftstüchtig, geldgeil, pfiffig, oder vom wilden Affen gebissen – was auch immer man über den Fabrikanten denkt. Immerhin produziert er in seinem Laden eben momentan Schutzmasken und somit genau das, was derzeit gebraucht wird.

Und bräuchten wir derzeit Gummistiefel – wie zu Zeiten des Oder-Hochwassers – würden sich eben Gummistiefelhersteller goldene Nasen verdienen.

Im derzeitigen Fall ist es aber der Trigema-Boss, der ganz viel Personal, Polyester, Baumwolle, Nadeln, Garn, fleißige Näherinnen und Nähmaschinen hat. Seit Mitte März hagelt es nur so von Aufträgen und achtzig Prozent der Produktionskapazität ist auf Mundschutz umgestellt. Seine Mund- und Nasenschutzmasken werden ihm förmlich aus den Händen gerissen, berichtet er hoch erhobenen Hauptes und Shirts, Hemden und Blusen sind eben wieder später dran!

Seine wiederverwendbaren und waschbaren Masken haben anfangs unter fünf Euro pro Stück gekostet, doch dieser Preis ist längst Geschichte, denn die Nachfrage lässt die Kasse klingeln.

Lieferzeiten sind für diese Behelfs-Schutzmasken mittlerweile gewaltig und wer jetzt welche bestellt, dem werden sie irgendwann im Juni per Paket ins Haus gebracht. Ab hundert Euro Auftragsvolumen übrigens kostenlos.

Da sag noch einer, Herr Grupp und sein Äffchen sind geldgeil!

19.04.2020

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