Oben ohne – das geht ja gar nicht!

Das war bisher in Schwimmbädern, öffentlichen Badeanstalten und an den meisten Stränden der Fall. Nun kommen noch Supermärkte, Tante-Emma-Läden, Klamottengeschäfte, Baumärkte, Gartencenter, Apotheken und sogar Tankstellen hinzu – um nur mal ein paar zu erwähnen, wo man sich tunlichst die untere Gesichtshälfte bedecken sollte.

Sowohl Stups-, Haken-, Boxer- und andere Nasen, müssen sich derzeit versteckt unter Masken durchs öffentliche Leben niesen, schnüffeln und riechen. Das gilt ebenfalls für alle Futterluken, ob sie nun schmallippig, kosmetisch aufgespritzt, akkurat geschminkt oder von haarigen Modetrends eingerahmt sind.

Wer also in diesen Tagen und Wochen die häuslichen vier Wände verlässt, greift zunächst zur Nasen- und Mundmaske und erst dann zu Spazierstock und Einkaufsbeutel.

Hamstern ist Schnee von gestern, nun ist wieder normales Einkaufen dran! Das muss sein, denn Lebensmittel braucht der Mensch, egal, ob Fleischfresser, Vegetarier oder Liebhaber der veganen Kost. Und gerade jetzt macht das Einkaufen richtig viel Freude nach so viel Abstinenz. Der virale Lockdown scheint vorbei und nun locken neue Matjes, Spargel, Kohlrabi und anderes Frühlingsgemüse die Menschen in die Geschäfte.

Otto Normalverbraucher und sein Liebchen sind im besten Rentneralter, haben die häusliche Quarantäne total satt, die Mundschutznäherei ebenfalls, vom medialen Angebot mal ganz zu schweigen. Bevor der Lagerkoller also neurotisch wird, gehen sie nun gerne wieder maskiert unter Leute, vorzugsweise zunächst zum Einkaufen.

Schließlich muss Verbrauchtes, wie Klopapier, Nudeln, Nähutensilien inklusive Schlüpfergummi zum Maskennähen wieder aufgefüllt werden, denn die nächste Krise kommt bestimmt – warnen vorsichtshalber besorgte Experten!

Politiker sind vom Nasen- und Mundschutz ebenfalls betroffen. Nicht immer, aber immer öfter zeigen sich unsere Volksvertreter und –innen maskiert und Abstand haltend. Immerhin haben sie diese Regelungen beschlossen und auf Empfehlung der Fachleute verkündet. Drum müssen sie mit gutem Beispiel vorangehen.

Diese Verkleidungsregeln machen sogar die Tagesschau mit Herrn Hofer oder das Heute-Journal mit Herrn Kleber um einiges fröhlicher, denn der Zuschauer darf raten, welchem Politiker diese nichtssagenden Worte oder abgedroschenen Phrasen hinterm Stofffetzen hervorquellen oder wem die eigenartig geformten Ohren wohl gehören.

Dieses kleine Ratespiel funktioniert eigentlich überall: Bei Spazierengehen mit Bello, beim U-Bahnfahren, im Supermarkt und selbst beim Doktor im Wartezimmer vertreibt es die Zeit!

Drum ist es mit Corona vielleicht wie mit so ziemlich allen Dingen im Leben:

Nicht alles, was auf den ersten Blick schlecht erscheint, kann auf den zweiten Blick schon viel lustiger sein!

17.05.2020

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