Hurra, Malle ist wieder offen!

Wer deutsch ist, einen gültigen Ausweis oder Reisepass hat, darf ab sofort seine sieben Sachen packen und einen Platz unter mallorquinischer Sonne buchen! Erster Urlaub nach Corona für 6.000 auserwählte deutsche Versuchskaninchen, und zwar vorab nur für Landsleute aus deutschen Landen und dann auch nur für spanische Balearen-Fans. Quasi als Belohnung, weil unter schwarz-rot-goldener Flagge Corona so vorbildlich gemeistert wurde.

Wem also so viel Gutes wiederfährt, dem ist das vielleicht auch ein Ballermann-Urlaub wert! Sozusagen ein gelockertes Pilotprojekt?

Die Frage, ob und wie viele Flieger schon wieder in die Luft gehen dürfen, ist sicherlich geklärt und ob man am Strand, im Wasser, unterm Sonnenschirm auf dem desinfizierten Liegestuhl Gesichtsmaskerade, Platzkarten und Stechuhr benötigt, bestimmt auch. Ebenso beim Ringelpietz ohne Anfassen, dafür aber mit Sicherheitsabstand am Ballermann, in der Schinkenstraße und anderswo.

In deutschen Landen wird das öffentliche Leben peu à peu aus seinem unfreiwilligen Dornröschenschlaf wachgeküsst. Langsam versucht man, alles wieder auf den Vor-Corona-Modus zurückzudrehen.

Kitas lüften kräftig durch, bevor die Zwerge kommen, Lehrer, Schüler und Klassenzimmer werden kurz vor den Sommerferien nochmal aus dem Dämmerschlaf geholt. Eisdielen bereiten sich auf die kommende Eis-Zeit vor, Köche stärken Schürze und Mütze, Kollegen vom Service richten mit Zollstocks Tische und Stühle und programmieren die Kassen auf die neue Mehrwertsteuer.

Hat uns Corona Monate unseres Lebens geklaut?

Ja sagen die einen und nein die anderen und sicherlich ist beides korrekt, denn jeder hat seinen so ganz eigenen Blickwinkel auf die vergangenen Wochen.

Abstand halten wurde zur Pflicht, zusammenrück nicht ratsam. Nachbarschaft wurde neu buchstabiert, entdeckt, definiert und war für viele eine große Hilfe. Die Bussi-Bussi-Gesellschaft hat Pause, herzliche Umarmung ein Tabu und Shake-Hands mit einem Geht-Gar-Nicht verpönt. Arbeiten am heimischen Schreibtisch ist seit Corona der Renner, zumindest bei kinderlosen Home-Office-Praktikern.

Rüstige Rentner, sonst immer auf Reisen, ständig auf Achse, auf allen Kontinenten und Weltmeeren unterwegs, standen von null auf gleich unter Hausarrest, ihnen fehlte die Reisefreiheit. 

Wenn man mal von kleineren Schlachten in Supermärkten um Nudeln und Klopapier absieht, hatten nur Kinder die absolut Rote Karte gezogen. Kita dicht, Schule geschlossen, Spielplatz verrammelt, Spielkameraden mutierten auch zu Stubenfliegen, Oma und Opa Risikogruppe, genau wie die nette Nachbarin, Mama oder Papa im Home-Office, oft sogar beide. Kinder sind wie so oft die Schwächsten in unserer Gesellschaft und litten in den vergangenen Monaten am meisten.

Doch nun wird alles wieder locker! Die Grenzen sind ab nächste Woche offen, man darf wieder reisen und wenn schon Malle wieder die Strände freigibt, was will man da noch mehr – Reisefreiheit für alle!

Sonne, Strand, Wasser, Wellen. Wellen am Mittelmeer, an Nord- und Ostsee, am Baggersee und in Freibädern.

Auf Wellen zu reiten ist was Tolles.

Corona kam auch wie eine Welle über uns; hoffentlich kommt keine zweite…

11.06.2020

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