Corona ist irgendwie wie DDR…

…da war schließlich auch nicht alles schlecht!

Nun geht’s los mit den Umfragen: was war total doof, was war anders und ungewohnt, was hat gefallen und was nicht in den vergangenen Corona-Monaten?

Fehlende soziale Kontakte beklagten die meisten, andere vermissten Oma und Opa und die restliche Mischpoke, geschlossene Kirchen, Restaurants, Kneipen, Bars und Clubs ebenso und natürlich auch das Reisefreiheit.

Für alle Ich-bin-dann-mal-Weg-Typen war’s eine grauselige Zeit! Keine Flüge nach sonst wohin, kaum Züge nach nirgendwo und Städte-Hopping mit FlixBus und Co. ging nicht. Das eigene Auto war auch keine Lösung, zumal Schlagbäume und Grenzschließungen vielfach Reiselustige ausbremsten. Selbst Wanderer kamen nicht überall ans gewünschte Ziel – oft blieb nur die Umkehr. Zum Ärger sämtlicher Fußballfans kam das Runde eine wochenlang nicht ins Eckige und in den Stadien sagten sich Fuchs und Hase gute Nacht.

Schulfrei und Kita-Pause brachte sowohl Freude als auch Unmut für Kinder, Lehrer, Erzieher und ganz besonders für Eltern, die gerade das Homeoffice gezwungenermaßen für sich entdeckten.

Staatsdiener im Schuldienst und andere Sesselpupser hingegen durften sich wenn nötig ihren Vorerkrankungen, der Familie oder dem Singledasein widmen, bestenfalls im Wohnmobil on the road Frühling und Frühsommer genießen.

Andere brachten Garten oder Terrasse auf Vordermann, überbrückten die Zwangspause auf Balkonien und übten sich im Umgang mit dem grünen Daumen.

Sport und Spiel mit Gleichgesinnten war untersagt, Mikado, Halma, Monopoly, Schwarzer Peter mit im eigenen Haushalt lebenden Personen nicht.

Rund ums Internet und Fernsehen gab’s jede Menge Zeitvertreib und wer keine Lust auf Mensch-ärgere-dich-nicht mit den Kids hatte, stöberte im Billy-Regal bei den alten Schinken zum Anfassen und suchte was Passendes zum Lesen.  

Schoppen im Internet wurde für bisherige Verweigerer sowohl zum Erlebnis, als auch zur Herausforderung und nicht zuletzt zum neuen Abenteuerspielplatz. Wieviel Zuwachs Kontaktbörsen während dieser Zeit bekommen haben, steht sicherlich auch irgendwo geschrieben.  

Zeit haben, Zeit genießen – manch einem hat’s gefallen, vielen ging’s mächtig auf den Keks, etlichen sogar aufs Gemüt!

Doch so langsam machen sich alle wieder locker, zumindest in Deutschland. Ob dauerhaft oder nur vorübergehend – die einen sagen so, die anderen so.

Irgendwie wie damals nach dem 9. November 1989: Der Eiserne Vorhang war weg. Viele Ossis waren begeistert, manche trauerten ihrer DDR hinterher. Rückblickend weiß man, dass die DDR nicht wiederkam – bei Corona sind Experten sich absolut nicht sicher.

19.06.2020

1 Gedanke zu „Corona ist irgendwie wie DDR…

  1. Ja, es war ein komischer Zustand in einer komischen Zeit, geprägt von Einschränkungen auf der einen Seite und neuen Erfahrungen und Erlebnissen auf der anderen Seite.
    Lange schon totgeglaubte Bekannte haben sie nach langer Zeit einfach so mal wieder gemeldet; intrinsisch, von sich aus gesteuert, vielleicht aus Langweile, besser wäre Interesse an meiner Person … jedenfalls nicht von mir aufgefordert oder initiiert. Ich, als definiertes Mitglied der Corona-Risiko-Gruppe, bin nach einmaligen Hamsterkäufen schön brav zuhause geblieben und habe die Zeit mit ONLINE-Recherchen und Käufen und Weiterbildungen über Webinare genutzt. Ob ich dabei so richtig glücklich war, weiss ich immernoch nicht, aber ich war beschäftigt und abgelenkt und manchmal habe ich darauf gewartet, aufzuwachen aus diesem apokalyptischen und schlechten Hollywoodstreifen, um wieder das gewohnte Leben zu führen und zu genießen. Aber dieser Film ist noch nicht zuende ..
    Besser als Sie diese Stimmungen zur Haupt-Corona-Zeit beschreiben haben, kann man es nicht sagen – Dankeschön dafür!

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