Was Hänschen lernt, vergisst Hans niemals mehr!

Da sage noch einer, Deutschland hat seine Grenzen vor dreißig Jahren abgebaut! Den Eindruck mag man ja bislang gehabt haben, doch wenn das mit Corona so weitergeht, dann sind Mauern, Stacheldraht und „hier-kommst-du-nicht-rein“-Schilder innerhalb der Bundesrepublik nicht allzu fern.

Covid-19 nimmt uns die Reisefreiheit!

Wenn Mariechen aus Niederschönpupnilleken zu Onkel Otto nach Hohenschöngrünkohl will, dann darf sie das nicht, wenn in ihrem Heimatort Corona ausgebrochen ist. Doch wenn Mr. X. – Mariechens Nachbar – ins Büro muss, darf er das, obwohl sich das neben dem Wohnhaus von Onkel Otto befindet! Mr. X. ist nämlich Manager, ausgesprochen wichtig und darf keineswegs zuhause bleiben. Mariechen hingegen macht den Ausflug privat, um ihren Oheim zu besuchen.

Was ist das bloß für ein Quatsch?

Wer dann noch den Erklärungen der Landesmutter aus MeckPomm aufmerksam zuhört, könnte glatt auf die Idee kommen, die Zeiger der Zeit wurden um gut drei Jahrzehnte zurückgedreht.

Wer erinnert sich noch an die „Aktuelle Kamera“, an die Nachrichtensendung des Fernsehens der DDR? An die eine oder andere Nachrichtensprecherin, die akkurat zurechtgemacht und punktgenau den Verlautbarungstext ohne mit der Wimper zu zucken vorlas. Oder an die Feierlichkeiten zum internationalen Frauentag am achten März, wenn alle weiblichen Wesen inklusive der Landfrauen aus dem Arbeiter- und Bauernstaat mit roten Nelken beschenkt wurden.

Man könnte glatt meinen, ein Déjà vu zu erleben, wenn Frau Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zur Corona-Lage und dem Tourismus in MeckPomm vor laufender Kamera Stellung bezieht.

Das entspricht doch irgendwie genau der Wahrheit des Volksmundes – nämlich: Was das Hänschen mal gelernt hat, vergisst der Hans nimmermehr!

Und wenn wir mal auf den Anfang der Pandemie in den ersten Monaten des Jahres 2020 zurückblicken, dann war’s oft auch wie ein DDR-Erinnerungsstück, zumal gut gefüllte Supermarktregale ganz heftig ausgedünnt – wenn nicht sogar leergefegt – waren. Menschen standen Schlange, um Klopapier, Erbsensuppe in Büchsen und anderes zu ergattern. Anstehen war jedenfalls in – egal wofür und es mussten nicht immer Bananen sein!

Reisefreiheit hin und Restaurantbesuche her, Quarantäne vorm oder nach dem Urlaub, Mütze, Schal und Handschuhe im Schulunterricht wegen der Lüfterei und des frischen Windes in den Klassenzimmern, geschlossene Kitas – was kommt noch alles?

Da darf man doch schon auf übermorgen gespannt sein, wenn Frau Merkel sich wieder mit ihren informellen Untertanen trifft, um abermals zu beraten, wo und wie man das Kuddelmuddel rund um Corona noch kuddelmuddeliger gestalten kann!

12.10.2020

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.